Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Beitragvon hoteloskar » So 29. Nov 2015, 13:48

Hallo,
da meine email an den Support unbeantwortet blieb versuche ich es mal hier im Forum.

Meine Frage ist: Wie steht es mit der Funksignal Sicherheit bei dem Garagentor HE60AS?
Kann das Signal aufgezeichnet werden und damit von Unbefugten das Garagentor geöffnet werden?

Wenn ja, ist eine Modifikation der Elektronik möglich wenn man im Umgang mit Elektronik nicht ungeübt ist?

Schöne Grüße
Hans
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Re: Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Beitragvon Walter » Mo 30. Nov 2015, 09:12

Der HE60AS ist heutzutage funktechnisch in der Tat nicht mehr ganz "auf der Höhe"...

Die damals verwandten Sender HE4331 arbeiten mit einem 433MHz Festcode und damit mit einerTechnologie
aus den frühen 90ern. Wenn also heutzutage ein Krimineller (statt mit einer Brechstange) mit einem Oszilloskop
an der Garage antritt, könnte er das Signal durchaus kopieren.

Das Problem liegt aber daran, dass mittlerweile (sehr) viele (Fernost-) Sender mit ähnlichen Signalen arbeiten
und derartige Störungen den Funk inteferieren oder gar eine Funktion auslösen können.

Es gibt 2 Optionen zur Verbesserung:
Der Antrieb/Empfänger beherrscht neben dem einfachen Festcode auch einen Sicherheits-Wechselcode. Würde
man also die Originasender weglassen und gegen Chamberlain Wechselcodesender (8433xEML oder heute TX4RUNI)
ersetzen, wären Fremdsignale von Auto-Fernbedienungen, Funkthermometern oder Ähnlichem schonmal außen vor.

Problem: wenn nun wirklich statt der Brechstange ein elektronischer Code-Klau antritt, ist auch dieses System aus
den frühen 2000ern nicht ohne Sicherheitslücken. Siehe dazu den Beitrag hier.

Hat man also beispielsweise sogar eine Garage mit Zugang zum Haus, ist der 10 Jahre alte 100,-€ Antrieb aus
dem Discounter nicht die richtige Wahl. Dann sollte (muss) ein aktuelles Antriebsystem mit aktuellen Sicherheits-
standards her und es empfehlen sich die Modelle BASIC, COMFORT und PREMIUM, wobei ich persönlich den
COMFORT mit ~160,-€ bevorzugen würde, wollte ich einen HE60 sinnvoll und mit einer deutlichen Verbesserung
ersetzen.
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Re: Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Beitragvon hoteloskar » Mo 30. Nov 2015, 21:22

Hallo Walter,
herzlichen Dank für die sehr aufschlußreiche Antwort.

Ist es wirklich erforderlich den gesamten Antrieb auszuwechseln?
Bei zwei Garantoren ist der körperliche Aufwand ganz schön hoch.
Auch finde ich es unverhältnismäßig bei einem elektronischem Problem, welches letzlich nur "Ein/Aus macht", die gesamte Mechanik auszuwechseln.

Hälts Du es für möglich bei guten Elektronikkenntnissen die Elektronik zu wechseln, oder gibt es da irgendwelche Fallstricke.
Ich habe den Kasten bisher noch nicht aufgemacht.

Schöne Grüße
Hans
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Re: Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Beitragvon Walter » Di 1. Dez 2015, 08:42

2 HE60AS Antriebe?
Nun... Will man mit möglichst wenig Aufwand, möglichst wenig Kosten, dem höchsten Nutzen
oder mit der besten Zwischenlösung arbeiten?
:-)

Die Elektronik zu tauschen ist recht einfach, hat dann aber immer noch den Festcodefunk.
Und natürlich könnte man auch schlicht einen externen Funk mit aktuellen Standarts nachrüsten,
aber der interne Empfänger ist nunmal ein Bestandteil der Hauptelektronik
und kann somit nicht deaktiviert werden. Folglich bliebe er am Ende immer ein Sicherheitsrisiko,
ganz zu schweigen davon, dass diese Maßnahme mit je 1 Empfänger und zwei Sendern
bereits den Anschaffungswert überschreitet.
Fazit - ein Elektronikwechsel oder externer Empfänger ändert nichts und ist somit nicht sinnvoll.

Man kann aber bereits eine deutliche Verbesserung der Funksicherheit erreichen
indem man zumindest die original Sender aus dem Spiel nimmt, im Empfänger löscht
und gegen 8433xEML (alte Modelle - günstigst bei Ebay)
oder TX4RUNI Sender (~35,-€ im Baumarkt Ihres Vertrauens) im Wechselcodemodus ersetzt.
Das ist dann zwar auch nicht ganz uptodate, aber technisch schonmal in diesem Jahrtausend
und setzt beim kriminellen Mitmenschen durchaus fundierte Signalkenntnisse voraus.
Der HE4331 ist nun wirklich absolut nicht mehr Stand der Technik.
Dumm nur, dass je 2 TX4RUNI Sender mehr als die Hälfte je eines Neugerätes darstellen.

Mein Empfehlung ist hier nicht umsatzorientiert, lautet aber ganz klar: es wird Zeit für Neugeräte!
Wenn wir hier mal bei den Einsteigermodellen (BASIC) bleiben
könnten 2 Antriebe mit ~250,-€ Kosten in 2 x 30min und mit wenig Aufwand ersetzt werden.

(Mein persönlicher Favorit käme hier etwa ~160,-€/ Antrieb und ist aktuell der hier...)
Walter
 
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Re: Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Beitragvon hoteloskar » Di 1. Dez 2015, 13:23

Nochmals herzlichen Dank für die ausführliche Darstellung.

Ich bin jetzt etwas hin und her gerissen und weiß auch noch nicht recht wofür ich mich entscheiden soll.
Alternativen gibt es ja, wie dargestellt, viele.
Ich scheue mich einfach davor eine funktionierende Anlage abzubauen, wegzuschmeißen und dann gegen eine
neue Anlage zu ersetzen, die im Prinzip das gleiche macht, nur sicherer.
Vielleicht werde ich auch meinem Basteltrieb nachgeben und unter Verwendung der Wandschalteranschlüsse
eine Eigenkunstruktion mit Bluetooth einsetzen und dann den internen Empfänger totlegen.

Schöne Grüße
Hans
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Re: Funksignal-Sicherheit bei HE60AS

Beitragvon Walter » Di 1. Dez 2015, 15:39

Ökologisch ist es gewiss nicht,
aber wir sprachen ja über eine verbesserung des Sicherheitsaspekts.
Das mit den Sendern würde ich in jedem Fall machen...
Walter
 
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